Hier findest Du Beschreibungen und Bewertungen zu verkosteten Weinen.

Bitte beachte: Alle in diesem Blog beschriebenen Weine sind von mir im Handel oder beim Winzer gekauft worden. Sollte dies im Ausnahmefall einmal nicht der Fall sein, findest Du einen deutlichen Hinweis darauf am Beginn der Verkostungsnotiz.

 

Bickel-Stumpf, Franken – Buntsandstein Silvaner trocken 2013

Bickel-Stumpf, Franken – Buntsandstein Silvaner trocken 2013Was stand denn hier beim örtlichen REWE im Regal?

Ein Ortswein von Bickel-Stumpf. Der hat ordentlich „Nimm mich mit“ gerufen. Hab ich dann auch gemacht.

 

Der Wein duftet kräutrig, auch riecht man Banane und Birne.

Im Mund ist die mir von Silvaner bekannte Cremigkeit nicht so ausgeprägt. Es dominieren Zitrusfrüchte – allen voran die Zitrone. Insgesamt ein sehr frischer und belebender Wein.

im LEH 10,90 EUR/PGV: angemessen-kein Schnäppchen

Gunderloch, Rheinhessen – Riesling Red Stone feinherb 2013

Gunderloch, Rheinhessen – Riesling Red Stone feinherb 2013Aus der Reihe: Probieren durch Deutschland

In der Nase etwas Dosenananas und eine mineralische Note – insgesamt aber kein kräftiger Duft.
Im Mund geht die Dosenreise mit Dosenmandarine mit etwas Zitrone weiter. Im Abgang bleibt eine leicht süße Note (favorisiere ich nicht unbedingt), obwohl gefühlt auch genug Säure vorhanden sein müsste.

Läuft im Sommer an einem lauschigen Plätzchen bestimmt gut!

7,90 EUR/PGV: angemessen

Wein- und Sektgut Kissel, Pfalz – Pinot Rosé brut 2008

Wein- und Sektgut Kissel, Pfalz – Pinot Rosé brut 2008Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel bietet sich immer für etwas Prickelndes an.

Zudem war es Zeit, dieses „ältere“ Schätzchen aus dem Weinkeller zu entführen. Es handelte sich um die letzte Flasche. Aufgrund dieses Sekts sind wir vor zwei Jahren auf das Weingut Kissel gestoßen. In Freinsheim hatten wir diesen als Aperitif in einem Restaurant und er hat uns damals sehr gut gefallen.

Mittlerweile hat er ja nun schon einige Jährchen auf dem Buckel und so war ich besonders gespannt, ob er uns weiterhin begeistern können würde.

Der Sekt ist traditionell flaschevergoren.

In der Nase finden sich mittlerweile schon Töne von reifem Wein, wenig Fruchtnoten und eine leichte Erdigkeit – alles aber sehr sanft.
Die Sanftheit spürt man dann auch im Mund: Eine tolle Cremigkeit wird von einer zarte Säure und ganz wenig Himbeere begleitet. Er bleibt lang im Mund und wäre bestimmt auch noch nächstes Jahr gut zu genießen gewesen.

Ein toller Winzersekt. Ich muss mal wieder nach Freinsheim…

ca. 12,00 EUR/PGV: angemessen-günstig

Edling, Hessische Bergstraße – Roßdorfer Roßberg Frühburgunder trocken 2013

Edling, Hessische Bergstraße – Roßdorfer Roßberg Frühburgunder trocken 2013Hier dann der letzte Wein unseres Weihnachtsmenüs, von dem aber weniger getrunken als zur Verfeinerung der Speisen (Rehgulasch und Rotkraut) genutzt wurde.

Das Weingut Edling liegt da, wo ich bisher keinen Wein vermutet hätte. Roßdorf ist der Nachbarort östlich von Darmstadt und liegt damit deutlich westlich des Weinanbaubereichs Umstadt (zählt aber dazu) und deutlich nordöstlich des Weinanbaubereichs Starkenburg der Hessischen Bergstraße.

Bei der Verkostung in der gutseigenen Winzerstube haben uns besonders die roten Sorten gefallen, allerdings liegen auch noch ein paar weiße im Keller…

Beim Etikettendesign arbeitet das Weingut mit mehreren Künstlern zusammen.

Der 2013 Frühburgunder war natürlich eigentlich noch zu jung, rief aber „nimm mich“ aus dem Weinregal.

Er duftet nach Pflaume und reifer Kirsche, wird aber nominiert von Holznoten und Gerbstoffen.

Im Mund ist der Wein dann trotz der jugend erstaunlich weich, hat viel Vanille, ist sehr dicht mit weichen aber noch zu jungen Tanninen. Der Wein wird unterstützt durch eine präsente aber nicht unangenehme Säure.

Tipp: unbedingt noch mind. 2 Jahre liegenlassen, auch wenn er noch so laut ruft.

Sehr empfehlenswert – ich bin auf die weiteren Jahrgänge im Weingut Edling sehr gespannt.

9,20 EUR/PGV: günstig

Karnerhof, Neusiedlersee-Hügelland – Blaufränkisch Barrique trocken 2005

Karnerhof, Neusiedlersee-Hügelland – Blaufränkisch Barrique trocken 2005Gestern gab es ein kleines Vorweihnachtsessen. Als Hauptgang wurde ein zartes Rehgulasch mit hausgemachtem Rotkraut und Klößen gereicht. Dazu sollte natürlich eine standesgemäße Flasche auf den Tisch.

Den Winzer haben wir auf einer Österreich-Tour im Sommer direkt in Rust besucht. Die Weine im Buschenschank haben uns gut gefallen, da es aber erst unser erster Besuch bei einem burgenländischen Winzer war, haben wir nicht gleich zugeschlagen.

Immer wieder kam aber das Gespräch auf den Winzer und meine bessere Hälfte beschloss, eine Kiste per Post zu ordern.

Damit es sich lohnt müssen da schon 12 Flaschen aus Österreich importiert werden. 4x 3 Flaschen unterschiedlicher Roter ist es dann geworden.

Ich hätte ihr nicht zum Kauf eines 2005 BF geraten, wurde aber nicht gefragt – was in diesem Fall wirklich gut war 🙂 .

In der Nase viel Vanille, etwas schwarze Johannisbeere und etwas Holz

Im Mund sehr rund, ebenfalls viel Vanille, mürbes Tannin, aber immer noch genug von der Blaufränkisch-typischen Säure. Im Hintergrund gibt es etwas süßliche Walderdbeeren zu erschmecken. Ein langer Abgang krönt das Ganze. Ein toller Wein der sicher auch nicht eilig getrunken werden muss.

Und übrigens für mich der erste nahezu 10 Jahre alte Wein, der noch geschmeckt hat – und zwar fabelhaft.

12,00 EUR / PGV: günstig

Künstler, Rheingau – Riesling Finesse, 2012 feinherb

Künstler, Rheingau - Riesling Finesse, 2012 feinherbHeute mal ein Rheingauer Riesling. Albtraum meiner Weintrinkerjugend. Saures Zeug.
Mittlerweile um einige Erfahrungen reicher, würde ich behaupten, dass es auch im Rheingau vernünftige Rieslinge gibt.

Die Geschichte der im Keller befindlichen Flaschen dieses Weins ist lustig. Den haben wir zwar in Hochheim gekauft, aber nicht im Weingut. Im August diesen Jahres aßen wir im Kuli.nariath in Hochheim ganz hervorragend zu Mittag. Begeistert haben nicht nur die Speisen, sondern auch die nette, unkomplizierte und fachkundige Bedienung. Und die unkonventionelle ¨Weinbegleitung¨. Zur Vorspeise empfahl man uns den Sommerwein ¨Finesse¨vom Künstler, zur Weinbeschreibung des Kellners kam auch gleich der Hinweis, dass heute im Weingut Künstler Jahresverkostung ist. Wir speisten also in Ruhe und machten uns dann auf den Weg ins Weingut. Ja – auch da gab es feine große Gewächse zu probieren, groß in Geschmack und Preis. Leider (und das lag aus meiner Sicht mehr an Publikum als an den Mitarbeitern des Weinguts) war die Veranstaltung insgesamt etwas steif und eine wirklich Probier- und Kauflaune stellte sich nicht ein. Der Finesse blieb uns aber im Kopf und so nutzten wir den Service des Kuli.nariaths und und nahmen dort einige Flaschen für einen kleinen Aufpreis auf den Hofpreis mit (daneben noch ein weiteres Tröpfchen eines anderen Hochheimer Guts) und förderten die Hochheimer Gastronomieszene.

Zum Wein:
Typische Riesling-Nase, Melone, Ananas. Im Mund vollmundig, mineralisch, Grapefruit, Orange. Die kräftige Säure wird durch den Restzucker optimal gebremst. Der Abgang ist angenehm, aber nicht allzulang.

Ja, ein Sommerwein, guter Speisenbegleiter und auch im Winter zu trinken.

8,50 EUR / PGV: Günstig