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K+K Kirnbauer, Mittelburgenland, Österreich – Das Phantom Rotwein-Cuveé trocken 2012

K+K Kirnbauer, Mittelburgenland, Österreich - Das Phantom Rotwein-Cuveé trocken 2012In den letzten Tagen gab es mal wieder „Das Phantom“. Eine Cuveé aus Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Auch wenn ich kein Freund von Cuveés aus Deutschland und Österreich bin, mag ich ihn doch immer wieder. Natürlich eher in einem internationalen Stil gehalten. Aber vermutlich aufgrund des Blaufränkischanteils immer schön frisch und mit feiner Frucht.

Würzige Nase mit wunderbar feiner, eher kühler roter Kirsch- und Beerenfrucht. Etwas getoastetes Holz, Rauch, ein Hauch Vanille, leicht ätherische Kräuternote.

Im Mund sehr dicht auch wieder eine klare und saftigsüßliche Frucht nach Kirsche und schwarzen Beeren. Ganz feines Tannin, Lakritz, schwarzer Pfeffer, Rauch, Kaffee, Bitterschokolade, wieder einen Hauch Vanille, schöne, durchaus kraftvolle Säure.

Langer minimal antrocknender Abgang.

Auch 2012 gefällt mir genau wie 2009 sehr gut!

Ca. 22,00 EUR / PGV angemessen

Gerhard Markowitsch, Carnuntum, Österreich – Rosenberg Cuveé trocken 2012

Ein „Zufallsfang“ ist heute im Glas. An Markowitsch habe ich bez. grünem Veltliner ganz gute Erinnerungen gehabt. Warum dann nicht mal eine international-österreichische Cuveé kosten. International aus Merlot und Cabernet Sauvignon ergänzt mit österreichischem blauen Zweigelt:

Dichte, würzige und pfeffrige Nase. Erdig. Ein Hauch Brombeere und Kirsche.

Im Mund sehr dicht, viel mürbes, feines Tannin. Süße Kirsche, Vanille, dunkle Schokolade, etwas Leder, erdige Nuancen, Gewürze wie Piment. Holz. Ein recht dicker Brummer. Glücklicherweise ist der Wein aber auch mit einer ganz ordentlichen, frischen Säure ausgestattet. Dazu ein sehr guter, recht langer Abgang.

Da kommen gleich zwangsweise italienische Assoziationen auf. Chianti kommt mir in den Sinn – einer im „modernen Stil“ unter voller Ausnutzung der möglichen 20% Cabernet Sauvignon und Merlot.

Gut ist das schon, aber eben auch ziemlich kräftig und macht daher schnell müde.

Ca. 30,00 EUR / PGK kein Schnäppchen

Wein- und Sektgut Kissel, Pfalz – Merlot Auslese Barrique trocken 2009

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Update 27.11.2016: Heute musste die letzte Flasche dran glauben. Der Wein ist mittlerweile schon recht reif. Sowohl in der Nase als auch im Mund. Zum Wildschwein heute Abend aber immer noch eine Wucht. Und um eine oder andere Merloterfahrung reicher für mich insbesondere aufgrund der schönen Säure ein toller Vertreter der Rebsorte. Preislich definitiv in Richtung günstig tendierend.


15.12.2014:

Bei dem ganzen bunten Probierreigen in der letzten Zeit, muss mal wieder eine ¨Lieblingsflasche¨aufgemacht werden.
Bei Kissels in Freinsheim waren wir nun schon mehr als einmal einkaufen. Sehr nette Leute, leckere Weine. Immer wieder einen Besuch wert.
Mit dem Merlot Barrique habe ich hier den ¨Top-Roten¨ der Kissels im Glas. Um Es vorweg zu nehmen, er ist jeden Euro wert.
In der Nase nussige, gewürzige, reife Noten.
Im Mund dominieren Pflaume, Nuss, Karamell und Mokka, aber auch frische Himbeere. Dazu ein beinahe ewiger Abgang.
Noch keinesfalls alt – da kann ich den Restvorrat noch etwas liegen lassen – oder muss ich vielleicht nochmal nachkaufen???

16,80 EUR / PGV: angemessen

Bercher, Baden – Limberg XI Rotwein Cuveé 2011

2225Den Wein hatte ich vor kurzem aus der Restpostenkiste meiner Frankfurter Lieblingsweinhandlung K&M Gutsweine gezogen. Eigentlich nur, weil ich Bercher las und mir die Weine vor Ort am Kaiserstuhl bei einem Besuch Ende 2015 sehr gut gefielen. Auf der Rückseite las ich dann Cuveé und wollte den Wein schon wieder zurück stellen. Mit deutschen Rotwein Cuveés verbinde ich eher weniger gute Erfahrungen. Häufig wirken diese wie anstrengende Versuche internationalen Mainstream zu kopieren. Viel langweiliger Merlot mit grünem Cabernet Sauvignon. Doch Armin Busch beruhigte mich. Da ist nämlich zusätzlich zum Merlot und Cabernet Sauvignon auch Spätburgunder und Blaufränkisch drin. Das könnte Finesse und Säure bringen und Spaß machen. Also packte ich die Flasche ein.

Heute Abend sollte es dann ein Rehgeschnetzeltes geben. Mit Szechuanpfeffer, Ingwer, Staudensellerie, Koriander, Kirschsaft, Rotwein und Sherry. Geschmacksrichtung süß, würzig und leicht scharf also. Ein kräftiger Mitspieler wurde daher gesucht. Aber auch was mit einer guten Säure. Blaufränkisch wäre da eine ganz gute Wahl gewesen oder auch ein Chianti. Aber warum auch nicht die badische Cuveé:

In der Nase Kirschen, Waldbeeren, Vanille, Bittermandel und etwas Holz.

Im Mund dicht, viel mürbes Tannin, weich und rund, überraschend ordentliche Säure. Brombeere und viel Kirsche. Leichte und angenehme Holznote. Leichtes Bitterl am Gaumen. Schön saftig. Guter antrocknender Abgang.

Das passte ziemlich gut zum Essen und die Flasche trank sich angenehm zum Tatort leer. Insgesamt bleibt aber auch hier die Frage: ist die weiche Cuveé eine Kernkompetenz des deutschen Rotweins? Ich glaube nicht. Auch wenn diese dank der schönen Säure und des Aromenspiels eine gute Variante darstellt und vielleicht eine Einstiegsdroge sein kann.

Ca. 21,00 EUR / PGV kein Schnäppchen

Karnerhof, Neusiedlersee Hügelland, Österreich – Merlot trocken 2011

Karnerhof, Neusiedlersee Hügelland, Österreich – Merlot trocken 2011Dieser Merlot fehlte noch, jetzt ist das komplette Österreich-Überlebenspaket beschrieben. (siehe hier, hier und hier)

Merlots sind häufig schwierig, zumindest in Deutschland. Allzu oft versuchen Winzer aus Merlot sudeuropäisch oder überseeisch schmeckende Weine zu erzeugen, die aber oft zu dicker süßlich fruchtiger Trinkmarmelade mutieren. Auf der anderen Seite lassen sich auch hierzulande aus Merlot schöne kräftige und etwas schmeichelnde Weine machen. Mal gucken wie es sich mit Merlot im panonischen Klima rund um den Neusiedlersee in Österreich verhält:

Zarte holzwürzige Nase, etwas alkoholisch, einen Hauch Pflaume und Piment.

Im Mund viel mürbes und sandiges Tannin, ganz leicht bitter, schöne Säure, etwas Kirsche und Brombeere. Einen Hauch Karamell. Ordentlicher, aber nicht sehr langer Abgang.

Ein schöner Wein, kraftvoll aber harmonisch.

Ca. 10,00 EUR / PGV angemessen

Christian Weinhäusel, Mittelburgenland, Österreich – Merlot trocken 2012

Christian Weinhäusel, Mittelburgenland, Österreich – Merlot trocken 2012Heute habe ich zu einem Wildschweinrücken den dritten vor Ort im Weingut Weinhäusel im Blaufränkischland erworbenen Wein aufgemacht.
Ich erwartete kräftiges und wurde nicht enttäuscht.

Gerüche wie an Weihnachten: würziges Pflaumenmus, Nelken Piment, einen Hauch Zimt, ledrige Noten.

Im Mund sehr viel Kraft und Dichte: Im Vordergrund viel fruchtige, süße Pflaume und etwas Kirsche, dazu aber auch Nelken und weitere Gewürze und etwas salzige und leicht bittere Tannine. Guter Abgang.

Nicht allzu komplex und insgesamt ein bisschen südländisch marmeladig. Aber im gefühlten Winter zum Wild eine gute Wahl.

Ca. 9,00 EUR /PGV angemessen