Obwohl die Wickerer Lagen zum Rheingau gehören, liegen sie nicht direkt am Rhein oder Main, sondern etwas nördlich des Mains zwischen dem hübschen Naherholungsgebiet Flörsheimer Schweiz, Kiesgruben und einer weniger schönen Mülldeponie. Im Erntejahr dieses Weins hat Joachim Flick noch eine erste Lage und ein großes Gewächs aus dem Nonnberg produziert. Nach dem Jahr 2015 wurden in der Lage zwei Gewanne abgesteckt, sodass die aktuellen Riesling GG die Zusatzbezeichnung „Viermorgen“ tragen (aus dieser Parzelle wird auch der 2015er kommen) und der Rest des Nonnbergs nun klassifizierte VDP Erste Lage ist:
Kräuterwürzige Nase mit Zitrusnoten und etwas grünem Holz.
Im Mund fein und elegant, schöne weiche aber frische Säure, frische Kräuter wie Thymian und Salbei und eine zurückhaltende, leicht süße, gelbe Frucht. Dazu kalkige Mineralität, etwas Tabak und Salz.
Recht langer, klarer Abgang.
Der Wein zeigt klar die Vorzüge von 2015. Er ist zwar kraftvoll aber dennoch sehr elegant. Und die Eleganz trägt ihn und macht ihn zum GG. Besonders schön fand ich hier auch die klaren Aromen von grünen Kräutern.
2015 hab ich einen kleinen Tagesausflug nach Franken gemacht und habe Silvaner eingekauft, nachdem immer mehr positive Bewertungen für den 2014er Silvanerjahrgang eintrafen. Überall habe ich wirklich tolle Silvaner gekostet, auch im Bürgerspital in Würzburg. Nur gekauft hab ich dann leider zu wenig. In tollen Jahren muss man einfach größer denken!
Somit war auch jetzt erst die erste von 2 Flaschen aus der Monopollage Stein-Harfe fällig. Die GG aus der Stein-Harfe sind jedes Jahr etwas feiner, als die aus dem Würzburger Stein (-Berg/Parzelle Hagemann), was hier auf tolle Weise zu schmecken ist:
Kühle, dichte, extrem kräutrige und mineralisch kalkige Nase, Pfeffer, im Hintergrund etwas Quitte.
Im Mund ebenfalls kühl, fokussiert, kalkig, die Kräuter werden durch dunkle Gewürze ergänzt. Salz. Mundwässernde, sehr saftige, aber nicht spitze, leicht zitronige Säure. So gut wie keine Frucht.
Langer, schöner, glasklarer Abgang. Eine feine kalkige Note bleibt.
Hervorragend! Ein großartiger Silvaner. Beeindruckend insbesondere die vornehme Eleganz und die ziemlich konsequente Abwesenheit von Frucht. So ist das zum Essen und als Solist eine wahre Wonne.
Bei den Weinen von Heymann-Löwenstein gab es in den letzten 15 Jahren die eine oder andere Stilveränderung. Das führt immer mal zu Überraschungen beim Verkosten der Weine. Alle Heymann-Löwensteins, egal welcher Jahrgang, haben aber gemeinsam, dass man ihnen Zeit geben sollte, sich zu finden. 2014 sollte mittlerweile dafür genug Zeit gehabt haben:
Grünkräutige Nase klarer, gelber Frucht und roten Beeren. Dazu viel Schieferwürze, etwas grünes Holz und Petroleum. Im Hintergrund erdige und gemüsige Noten.
Im Mund kühl und focussiert. Frische, etwas unreife Säure. Klare, leicht süßliche gelbe Fracht gepaart mit schwarzer Johannisbeere. Nussige und tabakige Noten. Ganz feines aber dichtes Gerbstoffgerüst. Wieder deutlich erdige Noten. Recht salzig und tief kräutrig. Ein wenig Kohl.
Recht langer etwas süßlicher Abgang.
Definitiv ein sehr komplexer Wein, aber – wie so häufig für den nicht ganz so guten Jahrgang 2014 – ist das für mich aromatisch eher unharomisch. Die Säure duelliert sich auch 10 Jahre später noch mit der Süße und manche Aromen sorgen für Rustikalität.
Das ist gut, aber eben nicht so gut, wie in anderen Jahren.
Am 8.11.2024 trafen wir uns in privatem Rahmen zur Verkostung einer Vertikale des Escherndorf am Lumpen 1655 Silvaner GG vom Weingut Egon Schäffer.
Meine Vertikalverkostungserfahrungen halten sich in engen Grenzen. Am denkwürdigsten bisher war für mich sicher die Verkostung von 10 Jahrgängen Frühburgunder des Weinguts Josef Walter. Die Voraussetzungen waren damals aber andere. Das Ganze fand mit dem Winzer zusammen in einem Restaurant zu passendem Essen statt.
Größere private Proben waren bisher eher themenbezogene Blindproben, die eigentlich immer dadurch gekennzeichnet waren, die Vielfalt einer Region, Rebsorte oder eines Jahrgangs zu zeigen, wodurch sich aufgrund der Unterschiede bei jedem Wein quasi automatisch eine kontroverse Diskussion ergab.
Mit einer derart großen aromatischen Spannbreite kann bei einer Vertikale des besten Weins eines Weinguts nicht gerechnet werden. Natürlich gibt es Unterschiede in der Reife und im Jahrgang. Wobei die Jahrgangsunterschiede je nach Hausstil des Winzers mal mehr und mal weniger stark hervortreten. Daher war ich sehr gespannt, ob wir den Spannungsbogen über den Abend halten und genug Diskussionspotential haben würden.
Das Silvaner GG von Egon Schäffer hatte ich in den letzten 10 Jahren bei allerlei Gelegenheiten so gut wie immer jung verkosten dürfen. Daher erschien mir der Wein besonders gut für eine Vertikale geeignet. Die Hausstilistik ist zurückhaltend neutral. Reduktivität und auf die Spitze getriebene Aromatik gibt es nicht, es herrscht weder Schlankheitswahn noch Fettsucht. Und natürlich gibt es keinen Grund anzunehmen, dass die Weine mit allerlei Kellertechnik jedes Jahr zur Ähnlichkeit getrimmt werden. Und ja, es waren genug Unterschiede zu erkennen, die den Abend spannend und kurzweilig machten.
Das Weingut
Mit etwa 7ha ist das Weingut Schäffer das kleinste der fränkischen VDP-Weingüter. Die Familie ist seit mindestens 1524 in Escherndorf beheimatet und vermarktet bereits in der vierten Generation ihren Wein selbst und in der Flasche. Der Betriebsübergang von Egon Schäffer auf Peter und Sophie fand 2022 statt, wobei Peter schon viele Jahre zusammen mit seinem Vater für die Weinproduktion verantwortlich war.
Die Lage
Blick auf den Escherndorfer Lump und Escherndorf von der Vogelsburg
Die Escherndorfer Weinberge liegen direkt in der Volkacher Mainschleife. Der Hang ist steil und wie ein Parabolspiegel nach Süd und Ost ausgerichtet. Im Tal direkt am Fluss liegt das Dorf Escherndorf und direkt auf der gegenüberliegenden Mainseite das riesige Rebenmeer Nordheims.
Die Weinlage „Escherndorf am Lumpen 1655“ ist streng genommen keine Lage, sondern weinrechtlich eine Phantasiebezeichnung. Der Name ist eine patentrechtlich registrierte Marke der Escherndorfer VDP-Winzer. Die Winzer haben sich verpflichtet unter der Marke nur Weine aus klar bestimmten Parzellen der Weinlage Escherndorfer Lump zu vermarkten. Welche das sind, kann auf der VDP-Homepage unter Weinberg.Online nachgesehen werden. Wesentlicher Hintergrund ist, dass die VDP-Regularien einem Weingut lediglich einen trockenen Wein aus einer Lage ermöglichen. Wenn der Winzer also nur Reben im Escherndorfer Lump hat, darf er genau einen Wein pro Rebsorte als Escherndorfer Lump EL oder GG vermarkten. Die restliche Menge darf nur Orts- oder Gutswein werden.
Der Lump hat 45ha und einige der örtlichen VDP-Weingüter haben den Großteil ihrer Flächen in genau diesem Weinberg, der bei der Größe natürlich Parzellen besitzt, die hinsichtlich Bodenstruktur und Mikroklima regelmäßig bessere Weine liefern als andere Parzellen. Hangfuß oder obere Hangkante, Süd-, Südost- oder Ostausrichtung sind da sicher die augenfälligsten Unterschiede aber bei weitem nicht die einzigen.
Den Winzern sind diese Unterschiede seit Jahrhunderten bekannt. Weinbau ist an der Mainschleife rund um Escherndorf schon seit dem Jahr 906 nachgewiesen, wird aber wahrscheinlich noch länger betrieben. Der Name Lump wurde 1655 erstmals erwähnt. 1851 betrug die Größe der Lage Lump aber nur 0,6ha und es gab mehrere Dutzend weitere Parzellenbezeichnungen im Escherndorfer Hang.
1914 konsolidierte man erstmals die Escherndorfer Lagen auf die Namen Lump, Berg, Fürstenberg, Kirchberg, Eulengrube und Hengstberg. 1971 wurde die Vielfalt weiter eingestampft und die Fläche auf Lump (45ha), Berg (32ha) und Fürstenberg (85ha) aufgeteilt. Ziel war die einfachere Vermarktung unter Inkaufnahme von Gleichmacherei.
So dient die Markeneintragung des „1655“ nicht nur der Portfoliooptimierung in den VDP-Regularien (aus einer Lage werden zwei), sondern korrigiert auch Probleme des Weingesetzes von 1971. Andere Regionen und Winzer haben andere Möglichkeiten hierfür genutzt. Mehr darüber könnt ihr hier nachlesen.
Schäffers GG-Parzellen liegen übrigens im Wesentlichen im Bereich der alten Eulengrube. Der Weinbergsname Eulengrube wurde historisch bereits vor dem Namen Lump nachgewiesen.
Die Weinbereitung
Die Geschichte ist schnell erzählt. Schäffers Silvaner GG kommen aus mindestens 30 Jahre alten Reben, werden handgelesen und spontan in kleinem und großem Holz und Stahl vergoren. Üblicherweise liegen sie lang auf der Hefe (bis zu 2 Jahre). Niedrige Restzuckerwerte werden angestrebt. Peter Schäffer erhöht in den letzten Jahren den Stahlanteil und legt in Zeiten des Klimawandels mehr Augenmerk auf moderatere Alkoholwerte.
Die Probe
Wir haben immer zwei Weine pro Flight parallel probiert. Meine Notizen entstanden während des Abends und wurden bei einer Nachverkostung am Folgetag nochmal verfeinert.
Kräutrige Nase mit etwas Bratapfel. Im Mund wenig Frucht, kräutrig, mit viel kalkiger Mineralität und einer recht kräftigen Säure. Etwas Holzwürze. Langer schöner Abgang. Noch sehr jung, am zweiten Tag deutlich runder und feiner. Muss reifen.
Ruhige Nase mit Apfel und Liebstöckel. Im Mund Trockenobst, viel jodige Mineralität, ein Hauch grünes Gemüse, gute Säure, die erstaunlicher Weise besser eingebunden scheint als beim 2022er. Langer schöner Abgang.
2020 war ein Frostjahr in Franken. Daher gab es kein großes Gewächs im Hause Schäffer. Ich hatte für meine Vertikale daher die „normale“ erste Lage vorgesehen. Sophie empfahl mir dann aber, statt dem GG den „Fifty-Five“ anzustellen, der in diesem Jahr die Spitze des Silvanersortiments bildete.
Der Name Fifty-Five entstand zu Ehren von Vater Egons 55. Geburtstag. Der Wein dazu stammt aus 55 Jahre alten Reben und wurde 18 Monate auf der Hefe in kleinem Holzfass ausgebaut.
In der Nase viel Quitte, Zitrusfrüchte und Kräuter. Feine helle Frucht. Feiner Gerbstoffgripp aus gutem Holzeinsatz, etwas Sellerie, salzige Mineralität, langer Abgang.
Um es Vorweg zu nehmen. Am Tisch war das der Favorit des Abends. Daher haben wir zum Schluss noch die „normale“ erste Lage verkostet:
Nase mit viel Quitte und etwas Kräutern. Im Mund weicher und etwas eleganter als der Fifty-Five. Feine Frucht, schöne Säure, verhältnismaßig dunkle Würze, salzige Mineralität, recht langer Abgang mit weißem Pfeffer.
In der Nase zu Beginn Sherrynoten und überreife Früchte. Mit Luft und bei der Nachverkostung dann aber deutlich weniger Sherry (hatte ich so noch nie), mehr Brioche, Mandel und Sellerie.
Im Mund deutlich feiner als in der Nase mit überreifem Obst, wieder hefig briochigen Noten, erdiger Würze und kalkiger Mineralität.
Sicher der am kontroversesten diskutierte Wein der Reihe:
„Komplexe Aromatik“
„Gut zum Essen“
„Drüber“
„Wie Schaumwein ohne Blubber“
Ich vermute, dass die Flasche nicht ganz okay war und er damit ein wenig aus der Wertung zu nehmen ist.
In der Nase Apfelkompott und Liebstöckel. Im Mund erstaunlich klare, helle Frucht mit einer erdigen, etwas nussigen Würze. Schöne, bestens eingebundene Säure. Kalkige Mineralität und langer, aber etwas warmer Abgang.
Für mich eine große Überraschung im Kontext von 2018. Natürlich lässt sich das warme Jahr nicht verstecken, aber dennoch geht der Wein hier nicht in zu sehr in die Breite.
Deutlich wurzelgemüsige Nase mit Liebstöckel und anderen frischen, grünen Kräutern.
Im Mund sehr schlank, in der Reihe fast karg, wenig Frucht, frisch mit schöner Säure, etwas Gemüse und Kräuter, etwas kalkige Mineralität, weißer Pfeffer, insgesamt aber nicht sehr komplex. Mittellanger Abgang.
Recht süße Nase mit reifen Quitten, Mandarine und Mandeln.
Im Mund kraftvoll und rund mit feiner Frucht, Bienenwachs und floralen Noten. Kalkige Mineralität und weißer Pfeffer. Langer pfeffriger Abgang. Kein Eleganzmonster, aber im Kontext von Jahr und Alkoholgehalt auch nicht zu fett, schön gereift. Toller Wein!
Aus 2014 und 2013 hatten wir leider nur die erste Lage in der Verkostung.
Kühle, apfelige Nase mit erdigen Noten.
Im Mund zurückhaltende, kühle Frucht, sehr frische, zitrige Säure, steinige Mineralität, etwas Bienenwachs, mittellanger Abgang. Nicht sehr komplex aber schön gereift.
In der Nase viel Dosenchampignon, Wurzelgemüse und Liebstöckel.
Im Mund würzig, kräutrig, wieder Pilze, diesmal mit dem Waldboden ihrer natürlichen Umgebung, wenig Frucht. Durchaus komplexe Aromatik, mittellanger, leicht antrocknender Abgang. Das pilzige, unterholzige ist sicher auf das Alter zurückzuführen. Dennoch beachtlich, denn es handelt sich bei dem 2014er und dem 2013er schließlich um Weine, die damals nur etwa 13 EUR pro Flasche gekostet haben.
Gewachsen in den Parzellen entlang des Aufgangs zur Vogelsburg. Ausbau mit 18-monatigem Hefelager im Stahltank.
Die Weine waren so schnell getrunken, dass es hier keine Beschreibung gibt. Die Geschwindigkeit lässt aber den Rückschluss zu, dass sie hervorragend waren und den GG in nichts nachstanden.
Den Abschluss bildete eine 1993er Iphöfer Julius-Echter-Berg Silvaner Trockenbeerenauslese vom Weingut Juliusspital, die ein Gast mitgebracht hatte. Aus dem Kühlschrank holten wir dazu etwas Trüffelleberwurst. Ein tolles Finale!
Das Fazit
Wow, das war ein spannender Abend.
Der zurückhaltende, ruhige Stil des Hauses zog sich durch den Abend. Die Qualität war durchweg sehr gut (2019 wegen des voraussichtlichen Flaschenfehlers nicht vollends beurteilbar). Und Schäffers Weine reifen hervorragend! Besonders überraschend waren für mich die Silvaner aus den warmen Jahren 2015 und 2018, die zwar kraftvoll waren, aber im Vergleich mit den Weinen anderer Produzenten hinsichtlich Breite und Fülle nicht aus dem Rahmen fielen.
Oben hatte ich schon geschrieben, dass uns der 2020er Fifty-Five – ausgerechnet kein GG – am besten gefallen hat. Für mich ist das nicht auf ein Mehr an Komplexität oder Punkten zurückzuführen, sondern eher auf die innere Spannung des Weins und des schönen Holzeinsatzes. Auch der 2015er S7lvaner und der 2021er Stairway to heaven waren etwas lauter als der Rest und zogen uns so schneller in ihren Bann, als die ruhigeren, nicht weniger komplexen GG.
Insgesamt waren 2020-2022 ziemlich stark, insofern freue ich mich sehr auch auf die nächsten Jahrgänge in der alleinigen Verantwortung von Peter und Sophie.
Für die ganz oben beschriebenen Themenverkostungen sind aus meiner Sicht Analysewerte nicht mehrwertstiftend, hier bei der Vertikale hatte ich eine Liste der Alkohol-, Säure- und Restzuckerwerte zusammengestellt.
Gerade hinsichtlich Säure haben wir viel diskutiert. Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Säurewert dem Verkoster nicht wirklich dabei hilft, einen Säureeindruck vorab einzuschätzen. Bis auf zwei Ausreißer lag der Säurewert der Weine immer zwischen 6,5 und 7,0 g/l. Dennoch war der Säureeindruck oft deutlich unterschiedlich.
Schaut man auf die Hintergründe, ist das auch nicht wirklich verwunderlich, zum einen, da der geschmackliche Säureeindruck auch durch vorhandenen Restzucker (der hat uns bei der geringen Schwankungsbreite hier auch nicht geholfen) und von Gerbstoffen bzw. Extrakt gepuffert wird und es sich zum anderen beim Säurewert um die Angabe der „Gesamtsäure“ handelt, die sich wiederum aus unterschiedlichen Anteilen Weinsäure, Apfelsäure und Zitronensäure zusammensetzt, die jeweils einen anderen Säureeindruck auf der Verkosterzunge hinterlassen.
Meine kleine persönliche Challenge war die Frage, in wie weit man den Escherndorfer Lump in den Weinen wiedererkennt. Das war sicher auch ein Grund, warum ich Schäffers ruhigen Stil als gut geeignet für eine solche Verkostung bewertete. Es fiel mir allerdings schwer, aus dem Gedächtnis heraus, Vergleiche mit den vielen bereits getrunkenen Lumpen zu ziehen und dies zu anderen Weinbergen abzugrenzen. Aber immerhin habe ich mit den Kostnotizen hier jetzt eine solide Basis, um künftig offensiver zu vergleichen.
Eigentlich ruft das nach der einen oder anderen Lump-Horizontale!
https://wegezumwein.de/wp-content/uploads/FD0A7038.jpg10671600Andreashttps://wegezumwein.de/wp-content/uploads/wzw-Logo-Transparent.pngAndreas2024-11-12 18:05:562025-01-18 16:27:09Die große Schäffer – Escherndorf am Lumpen 1655 Silvaner GG Vertikale 2013-2022
Vor einiger Zeit hatten wir eine beeindruckende Online-Weinprobe mit Chritian Dautel und einigen gereiften Schätzen. Mit dabei war der Forstberg, den die Teilnehmer dankenswerter Weise in kleinem Umfang nachkaufen konnten. Da der Wein mir sehr gut gefallen hat, habe ich ihn damals nachgekauft:
In der Nase eine süße Kirsch- und Beerenfrucht, Kakaobohnen, Kräuter, Teer, Vanille, florale Noten und Leder. Dazu etwas ätherisch mit getoastetem Holz und einem Hauch Klebstoff.
Im Mund sehr viel mürbes Tannin. Die Frucht erscheint deutlich kühler als in der Nase. Dazu keine Kirschen und nur dunkle Beeren. Ergänzt wird das Ganze mit gemischten Gewürzen, wie Piment, schwarzer Pfeffer, Lorbeer und eine Prise Salz. Langer, herber und leicht antrocknender Abgang. Die Würze bleibt.
Der Wein ist ohne Frage sehr komplex und hat eine schöne Länge. Wer sucht könnte Kritik üben an der nicht ganz großen Eleganz des Weins. Mir gefällt der Stil aber so eigentlich ziemlich gut, da der Wein ohne in die Breite zu gehen oder zu warm zu erscheinen auch kräftigere Speisen hervorragend begleiten kann.
Die Kontinuität, die das Juliusspital in den letzten Jahren gerade bei den GG und den ersten Lagen bietet, ist gerade im Kontext zur Weingutsgröße beeindruckend. Die Silvaner GG des Weingut gehören daher auch ganz sicher zu den Weinen, die man getrunken haben muss, wenn man sich für deutschen Wein interessiert. Der Wein hier aus Iphofen ist ein tolles Beispiel für einen fein gereiften Silvaner vom Keuper.
Kühle aber dichte, gelbfruchtige und kräutrige Nase mit sehr reifer Quitte und Birne, etwas Ananas einer ganzen Kräuterwiese. Dazu etwas Tabak und nasser Stein. Im Mund straight, wieder eher auf der kühlen Seite mit viel kalkiger Mineralität und frischer, reifer aber sehr animierender, zitriger Säure. Wieder viel grüne Kräutern, kandierte Quitte und hintergründig gemüsige Noten.
Langer, schöner, minimal antrocknender Abgang, die Kräuter und Kalk bleiben.
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