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Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen – Sacre Bleu Blauer Zweigelt trocken 2016

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen – Sacre Bleu Blauer Zweigelt trocken 2016

Mittlerweile ist das die letzte Flasche aus dem kleinen Kennenlernpaket, das ich vor einiger Zeit schon kaufte. Getrunken habe ich von Alexandre Dupont de Ligonnès ausnahmslos spannende uns überraschende Weine, die aber – wahrscheinlich auch aufgrund der homöopathischen Mengen – selbstbewusst bepreist sind. Bei seinem Blauen Zweigelt ist das nicht anders. Der Wein wurde zu 60% im Holzfass und zu 40% im Glasballon für insgesamt 11 Monate ausgebaut und stellt einen sehr guten aber nicht großen Vertreter der österreichischen Brot und Buttersorte dar:

Würzige, leicht süßliche Nase mit eingemachten Kirschen, Kaffee, Röstaromen, Teer aber auch floralen Noten.

Im Mund ganz feines, weiches Tannin, schmeichelnd. Sauerkirsche mit schön frischer, saftiger Säure. Röstnoten und fermentierte Kakaobohnen. Tiefe, dunkle Würze.

Guter mittellanger Abgang. Es bleibt etwas Lakritze am Gaumen.

 

Ca. 31,00 EUR / PGV kein Schnäppchen

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen – Kesse Comtesse Rotling trocken 2017

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen - Kesse Comtesse Rotling trocken 2017Die Tage musste ein weiterer Wein meines kleinen Probepakets des neusten Franzosen in Sachsen dran glauben. Ein Rotling. Als Rotling werden Weine bezeichnet, bei denen rote und weiße Traubensorten zusammen vergoren und verarbeitet werden. In diesem Fall sind Weiß-, Grau- und Spätburgunder aus dem Wachwitzer Königlichen Weinberg im Spiel.

Rotlinge kenne ich aus Franken, wo sie häufig am unteren Ende der Qualitätspyramide eher fruchtig und zuckerlastig als Schoppenwein ausgebaut werden. In Sachsen hat der Rotling als „Schieler“ eine ähnliche Tradition. Hier werden die Trauben auch im gemischten Satz angepflanzt und ergeben auch hier häufig einfache Weine. Bei diesem Wein sind wir ebenfalls im gemischten Satz aber definitiv eine Qualitätsstufe höher und haben es mit einem tollen Exemplar zu tun, der auch guten Rosé-Weinen Konkurrenz machen kann:

Zarte Nase mit etwas süßlicher roter Beerenfrucht, feiner Würze und vegetabilen Noten.

Im Mund frisch und knackig. Roter Apfel, Orangenschale und ein Hauch Erdbeere. Knalltrocken, feines Gerbstoffgerüst.

Schöner glasklarer nicht allzu langer Abgang. Es bleibt ein kleines Bitterl am Gaumen zurück.

Ein Sommerwein im allerbesten Sinne, auch wenn er kein allzu komplexer Vertreter ist.

Ca. 15,00 EUR / PGV kein Schnäppchen

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen – Brimborium Weißwein trocken 2017

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen - Brimborium Weißwein trocken 2017Nach dem schönen Naturwein von Alexandre letztens habe ich dann doch kurzfristig eine weitere Flasche seiner interessant benamten Weine aufgemacht.

Der Brimborium ist eine im Stil des gemischten Satzes ausgebaute Cuveé aus Müller-Thurgau und Weißburgunder. Beide Weine wurden gleichzeitig gelesen und zum Teil im Holzfass ausgebaut:

Zitronige und minimal blumige Nase, etwas Würze und Hefe.

Im Mund ebenfalls zitronig frisch, etwas Nuss und das etwas blumige des Müller-Thurgau. Angenehmes feines Gerbstoffgerüst. Knackige Säure.

Eher kurzer, leicht süßlicher Abgang.

Insgesamt aus meiner Sicht ein schöner, frischer Spaßwein, der zwar gut läuft, aber einen nicht wirklich mitnimmt.

Ca. 12,00 EUR / PGV teuer

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen – Marquis von Momue Weißwein trocken 2017

Alexandre Dupont de Ligonnès, Sachsen - Marquis von Momue Weißwein trocken 2017Ein Franzose macht in Sachsen Wein. Das gibt es mit Frédéric Fourré schon eine Weile. Man könnte meinen, dass diese Kombination so unwahrscheinlich ist wie der Sechser im Lotto. Ist es aber nicht. Sachsen scheint eine besondere Anziehungskraft auf gebürtig französische Winzer auszuüben, denn mit Alexandre Dupont de Ligonnès gibt es nun einen zweiten Franzosen an der Elbe. Alexandre bewirtschaftet etwas weniger als ein Hektar im Königlichen Weinberg Wachwitz. Da es bei Alexandre keine Jahrhunderte alte sächsische Winzertradition gibt, macht er die Weine eben genauso wie sie ihm gefallen. Mit den meisten anderen sächsischen Weinen hat das nicht viel gemein. Viele Weine werden im Stil eines gemischten Satzes bereits als Cuveé vergoren, Maischestandzeiten sind auch bei Weißwein selbstverständlich und auch die Amphore hat in Sachsen Einzug erhalten.

Ich finde das sehr spannend und musste mir unbedingt ein paar Flaschen bestellen.

Gestern habe ich den ersten Wein aufgemacht. Der „Momue“ ist eine als gemischter Satz ausgebaute Cuveé aus Müller-Thurgau und Morio-Muskat. Der Wein wurde in acht Wochen auf der Maische vergoren und am Ende unfiltriert und ungeschwefelt abgefüllt. Ich war gespannt:

In der Nase Rosen, Gewürze, Erdbeere etwas nasses Laub. Quasi ein kleiner Frühsommerregen im Garten.

Im Mund festes und ganz feines Tanningerüst von der Maischegärung. Wieder florale Noten, roter Apfel, reife Erdbeere, schöne Würze, sehr frisch und straight. Unheimlicher Trinkfluss.

Mittellanger Abgang, leicht antrocknend am Gaumen.

 

Sehr gelungen für einen zweiten Jahrgang. Und der Wein zeigt, dass aromatische Traubensorten für die Maischegärung besonders geeignet sind, weil die Weine so dennoch eine hohe Typizität behalten.

 

Ca. 25,00 EUR / PGV noch angemessen