Van Volxem, Mosel – Saar Riesling 2011

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Van Volxem, Mosel - Saar Riesling 2011Vor kurzem führte uns Roman Niewodniczanski durch einen schönen Rieslingabend im Restaurant SchauMahl in Offenbach.

Seine Begeisterung für Saarriesling ist absolut mitreißend. Und am liebsten spricht er über reife Saarrieslinge. Insofern war es zwar schade, aber natürlich verständlich, dass es an diesem Abend im wesentlichen hervorragende Weine der aktuellen 2016er Kollektion gab. Seine Worte über das Reifepotential der Rieslinge von van Volxem blieben mir allerdings fest im Gedächtnis haften und ich machte mich auf die Suche nach einigen etwas reiferen Flaschen. Glücklicherweise bin ich ganz gut fündig geworden und habe heute als ersten reifen VV den 2011er Saar Riesling im Glas. In der Qualitätspyramide ist der Wein recht weit unten angesiedelt, in der Kategorie Gutswein, direkt über dem Einsteiger „Schiefer Riesling“. Eigentlich ist es damit ein Wein, der üblicherweise rasch getrunken wird. Insofern muss er quasi doppelt sein Reifepotential unter Beweis stellen. Um es kurz zu machen: Er hat es spielend geschafft:

Nicht sehr kräftige, kräutrige Nase mit überreifen gelben Früchten und Ananas. Dazu Kreide, nasser Stein und ganz wenig frisches Gras.

Im Mund reife Aromatik aber mit Luft ungeheuer frisch. Herbsüß. Viel Orange und Orangenschale, etwas Apfel und Waldmeister. Dazu steinige Mineralität, etwas Salz und vegetabile Noten. Schöne, aber nicht allzu kräftige Säure.

Guter, mittellanger Abgang.

Für einen „Gutswein“ ganz hervorragend. Überraschend auch, wie viel Luft der Wein gebraucht hat, um zu strahlen. Direkt nach dem Öffnen war der Wein noch ziemlich verschlossen, wirkte zu süßlich und etwas dumpf. Von Schluck zu Schluck und Glas zu Glas blühte der Wein auf – die Süße und überreife Fruchtnoten gehen und feine salzige und mineralische Noten und die Säure rücken in den Vordergrund. Das macht aus dem Wein natürlich kein GG, die Vielschichtigkeit besitzt er natürlich nicht. Dennoch ist hier ausreichend Komplexität und Spaß im Glas!

Wer ihn noch im Keller hat: Das Warten hat sich gelohnt!

Ca. 9,90 EUR (2011), aktueller Jahrgang Ca. 12,50 EUR / PGV angemessen, unter Berücksichtigung des Reifepotentials günstig

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