Nico Espenschied, Rheinhessen – Scheurebe „Savage“ trocken 2015

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Unfiltriert und maischevergoren ist die Scheurebe, die wir heute Abend im Glas haben. Zum ersten Mal haben wir den Wein im März in der Weinzentrale in Dresden getrunken. Er gefiel uns so gut, dass wir ein paar Flaschen für zuhause kaufen mussten. Es ist nicht leicht, uns mit Orange zu überzeugen, sind es teilweise schon sehr eigenwillige Weine, insbesondere dann, wenn sie starke oxidative Töne aufweisen und schlechten Apfelwein mehr ähneln als gutem Weißwein. Das ist hier nicht der Fall. Daher öffnen wir die Flasche gern und karaffieren sie gleich, dass sich die Aromen entfalten können:

Recht süße Nase nach Erdbeere, Pfirsich, Stachelbeere. Ein bisschen frisch gemähtes Gras, Gewürze.

Im Mund viel mehr Frische, als die Nase vermuten lässt. Dank schöner Säure und kalkig kühler Mineralität. Trocken. Hagebutten, wieder etwas Stachelbeere, etwas Erdbeere – eher in Richtung Früchtetee, Gewürze, grünes Holz, grüner Pfeffer. Die Orangewein typischen Gerbstoffe sorgen für ein schönes Gerüst und leichtes Bitterl. Nichts Oxidatives. Der mittellange, astringierende Abgang hinterlässt ein wenig saftigen grünen Apfel im Mund.

Das ist sehr schön. Der Wein ist straff, schlank und hat dennoch einen schönen Körper – auch dank der Maischevergärung. Und spannend, wie sich der Wein über den Abend verändert. Sehr gut!

 

Ca. 16,00 EUR / PGV angemessen

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