Erwin Tinhof, Neusiedlersee-Hügelland, Österreich – Neuburger Eisenstadt trocken 2016

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DErwin Tinhof, Neusiedlersee-Hügelland, Österreich - Neuburger Eisenstadt trocken 2016ie Rebsorte Neuburger habe ich auf einer Österreich-Reise kennen gelernt. Es handelt sich beim Neuburger um eine autochtone Rebsorte, welche aus einer natürlichen Kreuzung zwischen Rotem Veltliner und Silvaner entstand. Angebaut wird sie in Österreich nur noch auf rund 500ha. Etwa 6 davon bewirtschaftet das Weingut Erwin Tinhof in Eisenstadt im Burgenland.

Mit dem Silvaner als einen der Kreuzungspartner war klar, dass ich mich mit den Weinen näher beschäftigen muss. Die Aromatik der Neuburger macht mir daher in aller Regel auch viel Spaß. Sie ist ähnlich wie die des Silvaners, neigt aber anscheinend nicht so stark zu gemüsigen Noten wie beim Silvaner. Auch sind die Weine häufig nussiger und zeigen ein bisschen in die Richtung des Weißburgunders. Kraftvolle Neuburger neigen zudem nicht ganz so stark dazu fett zu werden, wie vergleichbare Silvaner.

Insofern finde ich es schade, dass der Neuburger ein solches Nischendasein führt. Tinhof jedenfalls ist fest entschlossen, ihn hier herauszuholen.

Im aktuell geernteten Jahrgang 2018 bringt es das Weingut auf sagenhafte fünf verschiedene Qualitäten: Neuburger Eisenstadt, Leithaberg DAC Neuburger, Golden Erd Neuburger, Neuburger Privat und Neuburger Beerenauslese.

Ich hatte die Tage die einfachste Qualität, den Eisenstadter Neuburger aus 2016 im Glas:

Zarte, grün-erdige und rauchige Nase mit etwas Apfel, Birne, Mirabelle und Zimt.

Im Mund, frisch, fein würzig mit etwas grünem Pfeffer, quasi keine Frucht. Dazu ein ganz kalkig zartes Gerbstoffgerüst und eine tolle Säure.

Klarer, erstaunlich langer Abgang mit nachhaltiger Pfefferwürze.

 

Das bedeutet für mich viel Trinkfluss auf hohem Niveau. Und was sich hier auch wieder zeigt: Auch den Einstiegsweinen sollte Zeit gegönnt werden. Bereits vor fast einem Jahr hatte ich schon einmal eine Flasche des 2016er getrunken. Hier zeigte sich der Wein noch eher unruhig mit einer etwas schwierigen Fruchtkomponente.

 

ca. 9,90 EUR / PGV angemessen bis günstig

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