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Johannes Zillinger, Weinviertel, Österreich – Grüner Veltliner „Numen“ trocken 2013

Johannes Zillinger, Weinviertel, Österreich - Grüner Veltliner "Numen" trocken 2013Vor einiger Zeit brauchte ich einen bestimmten Wein für eine Verkostung. Dieser war online zu bekommen, aber eine einzelne Flasche zu bestellen, macht ja nun keinen Sinn. Also suchte ich mir weitere, für mich spannend erscheinende Weine zusammen, um ein Sixpack voll zu bekommen. Von der Numen-Reihe von Johannes Zillinger hatte ich bereits im Vorfeld gehört. Naturnaher Wein hoher Qualität hatte ich im Hinterkopf. Also ging eine Flasche davon in den virtuellen Einkaufswagen.

Auf der Homepage des Weinguts sind gar nicht so viele Informationen zu den Weinen zu finden. Das Weingut ist Demeter zertifiziert und man arbeitet entsprechend minimalinvasiv. Die Weine der Numen-Reihe wurden interzellulär angegoren, d.h. die Beeren werden nicht angequetscht, sondern ganz belassen und starten so die Gärung im Inneren der Traube. Hierbei kann entweder entweichendes CO2 der Gärung die Trauben vor anderen, nicht gewünschten Abbauprozessen schützen, oder der Winzer fügt CO2 hinzu, um eine saubere Gärung zu ermöglichen. Wie das bei Johannes Zillinger abläuft, konnte ich nicht herausfinden. Der Wein erhält nach sanfter Abpressung dann ein 16 monatiges Fasslager. In diesem Fall lagert er wohl in Tonamphoren, bevor er abgefüllt wird.

Heraus kommt ein sehr spannender Wein, der an Grünen Veltliner nicht mehr wirklich erinnert:

Intensive Nase nach Feuerstein. Dazu Rosinen, Karamell, florale Noten und Kräuter.
Im Mund dicht und elegant mit schöner, saftiger und frischer Säure. Tabakige Noten, etwas roter Apfel, dunkle Würze und grüne Kräuter wie z.B. Thymian und Lorbeer. Dazu etwas hefige und nach dem Öffnen auch rosinig, oxidative Töne, die sich mit Luft zunehmend verlieren. Am Gaumen herb, aber nicht bitter. Langer, leicht antrocknender Abgang.

Ein Glas und etwas Luft braucht der Wein, um sich zu entfalten und Trinker und Wein an einander zu gewöhnen. Dann geht der Spaß los im Mund.Überraschend bleiben die schöne, superfrische Säure und die Eleganz, die ein naturnaher Wein mit Maischekontakt nicht immer ausstrahlt. Auch habe ich aus der Tonamphore noch keinen so feinen und „sauberen“ Wein getrunken. Sehr schön.

 

Ca. 24,50 EUR / PGV angemessen

Josef Zens, Weinviertel, Österreich – Ried Hundschupfen Grüner Veltliner Reserve trocken 2012

Josef Zens, Weinviertel, Österreich – Ried Hundschupfen Grüner Veltliner Reserve trocken 2012Heute nun Wein Nummer zwei aus dem schönen Mailberg. Der erste war beeindruckend.
Der zweite auch?

Ja, eindeutig. Diesmal ein Grüner Veltliner aus dem Holzfass.

Der Wein präsentiert sich etwas trüb im Glas.

In der Nase dezent und zurückhaltend: Pfirsich, Quitte und ein Hauch Vanille. Keine direkte Holzigkeit.

Am Gaumen dann, Birne und Zitrusfrüchte, eine ganz zarte Holznote und etwas Waldmeister. Dazu eine leicht salzige Mineralität und eine gute unterstützende Säure. Im Abgang leichte Süße und ein sehr zartes Pfefferl – lang. Wahnsinnig elegant und rund.

Preis habe ich nicht mehr im Kopf / PGV dennoch definitiv günstig

Josef Zens, Weinviertel, Österreich – Ried Atlasberg Chardonnay Reserve trocken 2011

Josef Zens, Weinviertel, Österreich – Ried Atlasberg Chardonnay Reserve trocken 2011Das „Mailberg Valley“ ist definitiv einer der schöneren Orte in den Weiten des landwirtschaftlich geprägten Weinviertels. An einem schönen Sommertag besuchten wir im letzten Jahr die dortige Vinothek im Schlosshotel. Hier empfiehlt es sich für den Fahrer nicht nur aufgrund der örtlichen Gendarmerie sondern auch aufgrund der engen Einfahrt nüchtern zu bleiben. Unter sehr sympathischer und fachkundiger Begleitung einer jungen Dame probierte ich mich durch das romantische Tal. Die weißen Reserve Weine aus dem Holzfass von Josef Zens faszinierten besonders.
Der tolle Chardonnay aus 2011 ist nun leider aus. Dazu war auch noch ein Korkschmecker dabei. Sehr ärgerlich.
In der Nase zeigt der Wein Birne, Quitte und Vanille – zeigt sich dabei vornehm zurückhaltend.
Im Mund kriecht der Wein langsam die Zunge entlang und füllt irgendwann den Mund komplett aus. Ein warmes und wohliges Gefühl.
Man schmeckt Birne, Ananas, Vanille, etwas Tabak und eine gewisse Buttrigkeit. Das Holz wurde mit Bedacht und einfach im richtigen Maße eingesetzt. Dazu eine zarte Süße und feine Mineralität. Getragen durch eine feine Säure. Sehr fein und rund. Langer und sanfter Abgang, die 14% Alkohol sind in keiner Weise zu schmecken, fordern aber im Verlauf der Gläser fast irritierend Tribut. Vom feinsten.

PGV soweit ich mich erinnere günstig