Juliusspital, Franken – Würzburger Stein Silvaner Spätlese trocken 1990

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Juliusspital, Franken - Würzburger Stein Silvaner Spätlese trocken 1990Wenn man tiefer in die Weinwelt einsteigt, entsteht früher oder später der Wunsch, gereifte Weine probieren zu dürfen. Nach 5 oder 6 Sammeljahren gibt da der eigene Keller nicht viel her oder ist sogar gar nicht dafür geeignet, Weine über ein oder mehrere Jahrzehnte einzulagern. Also heißt es wachsam zu sein, wann einem eine Flasche mit nachvollziehbarer Herkunkt über den Weg läuft. Am ehesten gelingt das sicher hier in Deutschland mit einem gereiften, restsüßen Riesling. Die hohen Prädikate lassen sich hier und da zu Raritätenpreisen kaufen, aber gelegentlich erbarmt sich netterweise immer mal ein Weingut, einen kleinen Posten bestens gereifter Ware zu sehr fairen Preisen darzubieten. Auch trockene Riesling GG kann man in Ausnahmefällen mal ergattern oder in Restaurants trinken.

Aber wer mich kennt, weiß, dass ich insbesondere den Silvaner ins Herz geschlossen habe. Und da ist das Angebot noch deutlich geringer. Im Gegensatz zum Riesling gibt es in Franken natürlich deutlich weniger Weingüter, die Weine mit diesem Reifeanspruch produziert haben und noch weniger, die davon noch ein paar Flaschen auf Lager haben. Doch vor kurzem habe ich im Online-Shop des Weinguts Juliusspital zwei echte Raritäten entdeckt. Zum einen diesen Wein und zum anderen eine Silvaner Spätlese trocken aus dem Julius-Echter-Berg aus 2001. (Notiz hier) Natürlich musste ich zuschlagen, zumal die Preise mehr als fair waren. Und es hat sich gelohnt. Ein einzigartiges Erlebnis! Ich kann mich da nur beim Juliusspital bedanken, dass ich die Möglichkeit hatte, eine Flasche von diesem einundreißig Jahre alten Silvaner zu kaufen:

Dunkel Würzige Nase mit süßer gelber Frucht und roten Beeren. Dazu eine feine Kräuterwürze und kühle, kalkige Mineralität.

Im Mund intensiv und dicht, mit einer feinen, klaren Zitrus(schalen)note und feiner, schöner Säure. Etwas reifer Pfirsich, Kräuter, Safran, weißer Pfeffer. Kühle, kalkige, jodige Mineralität. Zartes Gerbstoffbitterl am Gaumen. Langer saftiger, frischer Abgang mit Kalk – eine dunkle Würze bleibt.

Sensorisch absolut trocken, deutlich jünger einzuschätzen, nur in der dunklen Würze sind tertiäre Reifenoten zu erkennen, trockene Rieslinge in dieser Altersklasse schmeckten in der Regel reifer.

Ohne PGV, da Rarität

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